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News und Kultur aus Pforzheim und der Region

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Mit VoluNation in Kenia

In einem Dorf in Kenia half sie beim Bau einer Schule und unterstützte Grundschüler im Englischunterricht. Während ihrer Zeit als Freiwillige lernte die 19-jährige Emilie aus Birkenfeld die respektvolle und faszinierende Kultur der Massai kennen.

Für Emilie stand schon lange fest, dass sie als Freiwillige nach Afrika gehen möchte. „Ich wollte unbedingt die Massai-Kultur kennenlernen und hautnah miterleben und da hat sich Kenia einfach super angeboten", berichtet sie. „Es ist ein wunderschönes Land mit vielen verschiedenen Facetten, die Leute sind aufgeschlossen und gastfreundlich, man ist nie allein und lernt überall nette, warmherzige Menschen kennen, die einem immer hilfsbereit zur Seite stehen." Vier Wochen lang war sie in Kenia, nachdem sie ihr Projekt im Internet mithilfe von www.VoluNation.com gefunden hatte. Sie hält es für wichtig, die oftmals sehr einfachen Schulbedingungen zu verbessern und aktiv mitzuhelfen, Schulgebäude zu bauen und die Kinder im Dorf zu unterrichten.




„Während meines Aufenthalts habe ich an zwei Projekten in einem kleinen Massai-Dorf direkt am Äquator mitgewirkt. Die ersten zwei Wochen haben wir eine neue Vorschule für die Kinder im Dorf gebaut. Klar waren die Materialien recht simpel, dafür war die Freude der Kinder enorm. Dabei hatten wir die Hilfe von Einheimischen, was grade durch die unterschiedlichen Sprachen immer recht amüsant verlief", erzählt sie.

Die anderen zwei Wochen unterrichtete Emilie an einer Grundschule. Die Schule wird von Mädchen und Jungs im Alter von 6 bis 15 Jahren besucht, also von Klasse 1 bis Klasse 8. Insgesamt gibt es fünf Fächer und fünf Lehrer. „Jeder Lehrer unterrichtet normalerweise ein Fach, leider mangelt es oft an Lehrkräften, weshalb gerade zum Unterrichten Freiwillige benötigt werden. Die Freiwilligen unterrichten entweder Mathematik oder Englisch in den höheren Klassen, da die jüngeren Schüler noch nicht so gut Englisch sprechen und verstehen. Die Lehrer unterrichten Social Studies, Swahili und Religion."

Ihr Arbeitstag begann gewöhnlich gegen 6.30 Uhr morgens. „Nach einem kurzen Frühstück haben wir uns mit den Kindern der Gastfamilie auf den Weg zur Schule gemacht. Man sollte gern laufen und bisschen Kondition mitbringen, da die Kleinen ein ganz schönes Tempo vorlegen." Bis zur Schule brauchte sie von der Gastfamilie 30 Minuten, je nachdem, wen und wie viele Bekannte man unterwegs noch so traf. „Gegen 7.45 Uhr versammeln sich alle Klassen im Schulhof, wo eine kurze Ansprache des Direktors und ein Gebet folgten. Der christliche Glaube hat für die Bewohner eine sehr große Priorität, auch wenn man selbst nicht gläubig ist, sollte man dies auf jeden Fall respektieren und versuchen zu verstehen. Respekt wird bei den Massai großgeschrieben."

Der Schulunterricht beginnt um 8.20 Uhr und dauert bis 16.30 Uhr. „So ein Schultag umfasst 8 Schulstunden. Da es nur 5 Fächer gibt, hat man oft mehr als eine Unterrichtsstunde pro Klasse, die aber total schnell vergeht, da eine Stunde nur 35 Minuten dauert und die Kinder einiges über das Leben in Europa wissen wollen."

In Englisch unterrichten die Freiwilligen Grammatikthemen und fördern das Leseverständnis der Schüler, in Mathematik werden Basisthemen wie Bruchrechnen, Geometrie und Algebra beigebracht. Unterrichtsmaterial wie Stifte, Hefte und Schulbücher gibt es allerdings kaum, so dass der Unterricht gut vorbereitet werden muss.

Gegen 12 Uhr gibt es Mittagessen, was vom schuleigenen Koch zubereitet wird. meist Githeri, ein typisch kenianisches Essen aus Mais und Bohnen. Auch mit älteren Schülern kam Emilie in Kontakt. „Ab und an habe ich nachmittags in der Oberschule unterrichtet, die Schüler dort sind 23 - 28 Jahre alt und holen gerade ihren Abschluss nach. Dort dauert eine Unterrichtsstunde 60 Minuten, die Themen sind anspruchsvoller, und es macht ebenfalls total Spaß, etwas von seinem Wissen abzugeben."




Tradition und Ausflüge

Nach der Arbeit und an den Wochenenden hatte Emilie und andere Freiwillige von VoluNation Zeit, Land und Leute genauer kennenzulernen. Auf einer Safari rund um den Mount Kenya sah sie Zebras, Giraffen und Elefanten und schwärmt noch heute vom Ausblick über das Massai-Land. Beeindruckt war sie auch vom Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der in Kenia Nationalfeiertag ist. „Zur Feier des Tages wurde in der Familie eine Ziege ganz nach Massai-Tradition geschlachtet. Es war ein sehr interessantes und neues Erlebnis und schön, an einem Teil der Kultur teilhaben zu dürfen."

Jeden zweiten Freitag im Monat ist in dem Dorf  Markttag. „Hunderte von traditionell gekleideten Massai kommen, um mit Ziegen, Eseln, Hühnern, Kleidung oder Lebensmitteln zu handeln. Die bunten Farben, das fröhliche Lachen und die Autorität der Massai sind wirklich überwältigend", erinnert sie sich.

In einer nahegelegenen Stadt konnte Emilie auch gewohnten Freizeitaktivitäten nachgehen. „Einen Abend waren wir in einem afrikanischen Club tanzen, afrikanische und europäische Tanzkultur vereint, auch das war ein Erlebnis für sich. Für alle Reggae Liebhaber empfehlenswert."


Das einfache Leben kennengelernt

Durch ihre Zeit bei den Massai hat Emilie gelernt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. „Klar, man braucht ein oder zwei Tage um sich an den Alltag ohne Elektrizität und Wasser zu gewöhnen, aber es macht total Spaß, mal nicht von dem ganzen materialistischen Unsinn umgeben zu sein, und zu sehen, worauf es wirklich ankommt. Es ist schön zu sehen, mit wie wenig Dingen  die Menschen dort zufrieden sind, gerade die Kinder."

Doch man gewöhnt sich schnell an das einfache Leben. „Wieder in Deutschland angekommen fiel es mir sehr schwer, mich an Wasser und Elektrizität zu gewöhnen. Man lernt sehr schnell, wie unwichtig Duschen sein kann. Manchmal suche ich nachts immer noch vergeblich meine Taschenlampe neben dem Bett. Auch wieder zur europäischen Pünktlichkeit zurückzufinden ist ab und an ein bisschen schwierig, aber alles kein Problem, Hakuna matata, wie in Kenia so oft gesagt wird."



Über VoluNation

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.

http://www.volunation.com/freiwilligenarbeit/kenia/leben_mit_den_massai_unterrichten-3/




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